... aus einem Café heraus geschossen: das ist nicht etwa eine Gruppe von Kinderaerzten (haha...), sondern eine Gruppe Schueler in Schuluniform. Ja, genau, diese weissen Aerztekittel... mal ehrlich, damit sind die armen Kids doch gestraft, oder?
Samstag, 28. Mai 2011
Freitag, 27. Mai 2011
Ein Insidertipp :-)
So machen es die Porteños: vor allem nach 18 Uhr ist die Chance recht hoch, dass die Tickethaeuschen in der Subte nicht mehr besetzt sind. Ticketautomaten gibt es nicht. Wenn man sich dann mit ratlosem Blick umschaut, wird man von den Wachleuten an den Drehkreuzen durchgewunken. Fuer den Fall, dass der Ticketverkauf noch geoeffnet ist und sich eine lange Schlange davor gebildet hat (was oefters vorkommt), sollte man ein Ticket in Reserve haben. Ansonsten wie gesagt immer erst checken, ob das Haeuschen besetzt ist oder nicht. Spart einem jedes Mal umgerechnet 20 Cent! ;-)
Mittwoch, 25. Mai 2011
Herbsttage
Heute ist einer der beiden mega-wichtigen Feiertage (Tag der Revolution 1810) in Argentinien, entsprechend "ruhig" ist es auf der Strasse. Meine Tanzschule hat leider auch zu, aber wenigstens meine Spanisch-Lehrerin arbeitet :-) Seit gestern Nachmittag fahren viele Autos mit an die Seitenscheiben geklemmten Flaggen herum. Wollte mich eigentlich auch darum kuemmern, ob es irgendwo Kundgebungen oder Events gibt, aber seit 24 Stunden regnet es quasi in Stroemen und ich bin froh, im Trockenen sein zu koennen. Der Herbst hat nun endgueltig Einzug gehalten. Stellenweise laeuft man auf einem Teppich aus klebrigen, rotbraunen Blaettern. Irgendwie habe ich dieses Jahr eine wichtige Jahreszeit uebersprungen ;-)
Gestern Abend auf dem Weg zu Spanisch wurde ich so richtig nass, von oben und von unten. Aber der Reihe nach: nach der Tanzstunde spazierte ich bei leichtem Nieselregen die 10 Blocks zur Subte (U-Bahn) und stieg ein. Doch schon an der 2. Haltestelle mussten alle wegen eines Unfalls auf der Strecke vor uns aussteigen. Alle also hoch auf die Strasse, wo der Nieselregen inzwischen zu Starkregen uebergegangen war. Bei Regen zeigen sich die Auswirkungen von leeren Staatskassen besonders deutlich. Das Wasser laeuft nicht richtig ab, die Rinnsteine laufen ueber, es bilden sich riesige Pfuetzen. Eine davon sah nicht so tief aus, ich rein, hatte aber natuerlich nicht sehen koennen, dass genau an der Stelle unter der Oberflaeche ein tiefes Loch klaffte...
Gestern Abend auf dem Weg zu Spanisch wurde ich so richtig nass, von oben und von unten. Aber der Reihe nach: nach der Tanzstunde spazierte ich bei leichtem Nieselregen die 10 Blocks zur Subte (U-Bahn) und stieg ein. Doch schon an der 2. Haltestelle mussten alle wegen eines Unfalls auf der Strecke vor uns aussteigen. Alle also hoch auf die Strasse, wo der Nieselregen inzwischen zu Starkregen uebergegangen war. Bei Regen zeigen sich die Auswirkungen von leeren Staatskassen besonders deutlich. Das Wasser laeuft nicht richtig ab, die Rinnsteine laufen ueber, es bilden sich riesige Pfuetzen. Eine davon sah nicht so tief aus, ich rein, hatte aber natuerlich nicht sehen koennen, dass genau an der Stelle unter der Oberflaeche ein tiefes Loch klaffte...
Freitag, 20. Mai 2011
Back in Buenos Aires
Ich habe versucht, mir etwas zu Buenos Aires zu ueberlegen, was dem geneigten Leser einen Eindruck von der Stadt vermitteln koennte. Aber irgendwie will mir kaum etwas einfallen, was man nicht bereits von anderen (sued-) europaeischen Metropolen zur Genuege kennt. Es ist laut, hektisch und schmutzig, die Leute sehen aus wie in Italien oder Spanien. Ich finde sie weder besonders freundlich, noch besonders unfreundlich - untereinander.... als Fremder wird man meistens freundlich-neugierig behandelt, zumal wenn man die frisch in der Spanischstunde gelernten Floskeln anbringen kann :-)
Schmerzhaft verzogene Gesichter (bei Maennern) erntet man, wenn man auf die Frage, wo man herkommt, "Alemania" antwortet und ein "cuatro-zero... Schweinsteigeeeeeeer!" hinzufuegt :-)
Jetzt, wo ich ein paar Wochen am Stueck hier verbringe und ein paar Fixpunkte wie meine Spanisch-Stunden und die Tangoschule habe, merke ich, dass man wunderbar in diesen Moloch eintauchen kann. Man muss halt ein bissel auf Grosstadt stehen :-) Als "normaler" Tourist ist man spaetestens nach ein paar Tagen froh, wieder rauszukommen, denke ich. Aber das Land ist ja gross genug, um noch anderes anzuschauen.
Fuer Tangofans ist es hier natuerlich der Traum schlechthin, aber damit sage ich ja nichts neues. Den Unterschied zwischen Tango in Europa und hier sollte man auf jeden Fall mal gesehen und erlebt haben, eine andere Welt tut sich da auf. Falls ein Leser mit dem Gedanken spielt, mit Tango anzufangen, hier mein Rat: legt das Geld lieber zurueck, fliegt ein Mal pro Jahr fuer ein paar Wochen her und nehmt hier alle Kurse mit, die Ihr kriegen koennt. Oder am besten gleich fuer sechs Monate oder ein Jahr. Dann lernt Ihr es richtig und rockt danach jede Milonga (Tangoparty) in Europa! :-)
Pizza und Pasta sind hier uebrigens enttaeuschend, hatte ich deutlich besser erwartet. Ansonsten keine Ueberraschungen beim Essen, die Rindersteaks sind tatsaechlich (meistens) sehr lecker und ausserhalb von Buenos Aires auch sehr preiswert (50% billiger).
Die Andenregion fand ich sehr faszinierend, wobei ein Peru-, Bolivien- oder Chile-erfahrener Reisender vielleicht sagen wuerde, dass er das alles schon gesehen hat und teilweise auch besser.
Ich fand es jedenfalls super und habe Lust bekommen, die genannten Laender irgendwann auch noch zu bereisen.
Tangoschueler vor seiner Tanzschule...

Das Rathaus von Buenos Aires, wird sinnigerweise Casa Rosada genannt...
Schmerzhaft verzogene Gesichter (bei Maennern) erntet man, wenn man auf die Frage, wo man herkommt, "Alemania" antwortet und ein "cuatro-zero... Schweinsteigeeeeeeer!" hinzufuegt :-)
Jetzt, wo ich ein paar Wochen am Stueck hier verbringe und ein paar Fixpunkte wie meine Spanisch-Stunden und die Tangoschule habe, merke ich, dass man wunderbar in diesen Moloch eintauchen kann. Man muss halt ein bissel auf Grosstadt stehen :-) Als "normaler" Tourist ist man spaetestens nach ein paar Tagen froh, wieder rauszukommen, denke ich. Aber das Land ist ja gross genug, um noch anderes anzuschauen.
Fuer Tangofans ist es hier natuerlich der Traum schlechthin, aber damit sage ich ja nichts neues. Den Unterschied zwischen Tango in Europa und hier sollte man auf jeden Fall mal gesehen und erlebt haben, eine andere Welt tut sich da auf. Falls ein Leser mit dem Gedanken spielt, mit Tango anzufangen, hier mein Rat: legt das Geld lieber zurueck, fliegt ein Mal pro Jahr fuer ein paar Wochen her und nehmt hier alle Kurse mit, die Ihr kriegen koennt. Oder am besten gleich fuer sechs Monate oder ein Jahr. Dann lernt Ihr es richtig und rockt danach jede Milonga (Tangoparty) in Europa! :-)
Pizza und Pasta sind hier uebrigens enttaeuschend, hatte ich deutlich besser erwartet. Ansonsten keine Ueberraschungen beim Essen, die Rindersteaks sind tatsaechlich (meistens) sehr lecker und ausserhalb von Buenos Aires auch sehr preiswert (50% billiger).
Die Andenregion fand ich sehr faszinierend, wobei ein Peru-, Bolivien- oder Chile-erfahrener Reisender vielleicht sagen wuerde, dass er das alles schon gesehen hat und teilweise auch besser.
Ich fand es jedenfalls super und habe Lust bekommen, die genannten Laender irgendwann auch noch zu bereisen.
Tangoschueler vor seiner Tanzschule...
Das Rathaus von Buenos Aires, wird sinnigerweise Casa Rosada genannt...
ein paar Bilder...
Die Salinas Grandes, ein Salzsee bei Purmamarca auf 3.300 m Hoehe


Mein Hoehenrekord bisher...
Ein Pass zwischen Purmamarca und dem Salzsee - mal eben so zwischendurch auf 4.170 m.

Cerro des los 7 colores in Purmamarca...
Purmamarca und Tilcara sind sehr empfehlenswerte Ziele im Norden. Beeindruckend und man bekommt einen Vorgeschmack auf das, was einen in Bolivien und Peru erwarten koennte. Diese Ecke des Landes ist sowas von weit weg von Buenos Aires oder Mendoza, nicht nur raeumlich!

Hauptstrasse von Tilcara. Wunderschoenes, gemuetliches Dorf an der Strasse in Richtung Bolivien. Es ist schon auf Touristen ausgerichtet, aber irgendwie muessen sich die Touristen hier der Umgebung unterordnen und nicht umgekehrt. Die Hoehe ist schon spuerbar (2.500 m) und wenn am Nachmittag die Sonne hinter den Andengipfeln verschwindet, wird es ruckzuck frisch. Eine tolle Wanderung von Tilcara fuehrt zur "Garganta del Diablo", einer spektakulaeren Schlucht mit Wasserfall. Die Anstrengungen, nochmal 500 Hoehenmeter dahin zu machen, lohnen sich garantiert!
Vicuna am Wegesrand...
Eine kleine Gruppe von ihnen kreuzte seelenruhig vor uns die Strasse.
Mein Hoehenrekord bisher...
Ein Pass zwischen Purmamarca und dem Salzsee - mal eben so zwischendurch auf 4.170 m.
Cerro des los 7 colores in Purmamarca...
Purmamarca und Tilcara sind sehr empfehlenswerte Ziele im Norden. Beeindruckend und man bekommt einen Vorgeschmack auf das, was einen in Bolivien und Peru erwarten koennte. Diese Ecke des Landes ist sowas von weit weg von Buenos Aires oder Mendoza, nicht nur raeumlich!
Hauptstrasse von Tilcara. Wunderschoenes, gemuetliches Dorf an der Strasse in Richtung Bolivien. Es ist schon auf Touristen ausgerichtet, aber irgendwie muessen sich die Touristen hier der Umgebung unterordnen und nicht umgekehrt. Die Hoehe ist schon spuerbar (2.500 m) und wenn am Nachmittag die Sonne hinter den Andengipfeln verschwindet, wird es ruckzuck frisch. Eine tolle Wanderung von Tilcara fuehrt zur "Garganta del Diablo", einer spektakulaeren Schlucht mit Wasserfall. Die Anstrengungen, nochmal 500 Hoehenmeter dahin zu machen, lohnen sich garantiert!
Dienstag, 17. Mai 2011
Mittags im Museum
Im archaeologischen Museum von Salta sind mumifizierte Leichen von Inca-Kindern zu sehen, die Ende der 90er Jahre in grosser Hoehe auf dem Vulkan Llullaillaco ausgegraben wurden. Aufgrund der Hoehe und der niedrigen Temparaturen dort sind sie sehr gut erhalten. Sie wurden in sitzender Position begraben, wodurch mir beim Betrachten ziemlich mulmig wurde. Wenn man zu viele Horrorfilme a la "The Ring" gesehen hat, schiessen einem sofort wilde Gedanken durch den Kopf, wie z. B. dass das Kind vielleicht gleich langsam den Kopf hebt und einen anstarrt... Auf jeden Fall stimmt einen der damalige Brauch nachdenklich, von Zeit zu Zeit Kinder zu opfern, indem man sie mit Alkohol betaeubt und lebend in einem Erdloch vergraebt.
Einen netten Schockeffekt haelt das Museum noch an anderer Stelle bereit. Neben einer verdunkelten Glasscheibe erklaert eine Tafel, dass hier eine weitere Mumie zu sehen sei, die an anderer Stelle in den Anden gefunden wurde. Man koenne sie anschauen, indem man den Lichtschalter betaetigt. Trotz dieser Art von Vorwarnung faellt man als Betrachter fast hintenueber, wenn schlagartig eine helles Licht hinter der Glasscheibe angeht und einen die sitzende Mumie aus ca. 30 cm Entfernung anstarrt. Besser schnell wieder das Licht aus! ;-)
Einen netten Schockeffekt haelt das Museum noch an anderer Stelle bereit. Neben einer verdunkelten Glasscheibe erklaert eine Tafel, dass hier eine weitere Mumie zu sehen sei, die an anderer Stelle in den Anden gefunden wurde. Man koenne sie anschauen, indem man den Lichtschalter betaetigt. Trotz dieser Art von Vorwarnung faellt man als Betrachter fast hintenueber, wenn schlagartig eine helles Licht hinter der Glasscheibe angeht und einen die sitzende Mumie aus ca. 30 cm Entfernung anstarrt. Besser schnell wieder das Licht aus! ;-)
Freitag, 13. Mai 2011
Rundreise im Nordwesten...
Dinosaurier auf der Plaza in La Rioja...

Es gibt vermutlich in jeder argentinischen Stadt eine zentrale Plaza, die entweder nach dem 9. Juli 1816 (Tag der Unabhaengigkeitserklaerung Argentiniens von Spanien) oder dem 25. Mai 1810 (Revolutionstag) benannt ist.
Patio in der Unterkunft in La Rioja...

Cristo Redentor an der Grenze zu Chile. Die Statue wurde aus den eingeschmolzenen Kanonen gegossen, die Chile und Argentinien eine zeitlang wegen eines Grenzkonfliktes aufeinander gerichtet hatten. Im Hintergrund Gipfel mit Gletscher auf chilenischer Seite.

Hoehensonne brennt, Sauerstoff fehlt...

illegaler Grenzuebertritt am Cristo Redentor :-)

der Gletscher in Form einer liegenden, einbeinigen Frau, von Cristo Redentor aus gesehen, links dahinter der Aconcagua...

Aconcagua rangezoomt...

Ein fliehendes Guanago im Nationalpark Talampaya. Die Tiere sind verwandt mit Alpaka und Vicuna, lassen sich aber nicht so gut halten bzw. zuechten.

Der Fluchtversuch war nicht erfolgreich! ;-)

Absinth in Maipu bei Mendoza...

Die Lagerfaesser von "La Rural" in Maipu...

leckeres Abendessen im Nachtbus...

Es gibt vermutlich in jeder argentinischen Stadt eine zentrale Plaza, die entweder nach dem 9. Juli 1816 (Tag der Unabhaengigkeitserklaerung Argentiniens von Spanien) oder dem 25. Mai 1810 (Revolutionstag) benannt ist.
Patio in der Unterkunft in La Rioja...

Cristo Redentor an der Grenze zu Chile. Die Statue wurde aus den eingeschmolzenen Kanonen gegossen, die Chile und Argentinien eine zeitlang wegen eines Grenzkonfliktes aufeinander gerichtet hatten. Im Hintergrund Gipfel mit Gletscher auf chilenischer Seite.

Hoehensonne brennt, Sauerstoff fehlt...
illegaler Grenzuebertritt am Cristo Redentor :-)

der Gletscher in Form einer liegenden, einbeinigen Frau, von Cristo Redentor aus gesehen, links dahinter der Aconcagua...

Aconcagua rangezoomt...

Ein fliehendes Guanago im Nationalpark Talampaya. Die Tiere sind verwandt mit Alpaka und Vicuna, lassen sich aber nicht so gut halten bzw. zuechten.

Der Fluchtversuch war nicht erfolgreich! ;-)

Absinth in Maipu bei Mendoza...

Die Lagerfaesser von "La Rural" in Maipu...

leckeres Abendessen im Nachtbus...
Dienstag, 10. Mai 2011
bike & wine
Hier ein Ueberblick ueber die geplante Reiseroute. Aktuelle Station ist La Rioja, in der Naehe von 2 tollen Nationalparks gelegen. Morgen Nacht geht es weiter nach Salta, 10 Stunden Busfahrt...

Auch die bisherigen Strecken wurden in Nachtfahrten zurueckgelegt, wobei die von Buenos Aires nach Mendoza gediegen war, trotz 14 Stunden Dauer, die von Mendoza nach La Rioja letzte Nacht sehr anstrengend (9 Stunden).
Wollte noch von der Radtour in Maipu, einem Weinbauort in unmittelbarer Nachbarschaft von Mendoza gelegen, erzaehlen. Neben zahlreichen bedeutenden bodegas (Trapiche, Norton, San Felipe, Lopez) gibt es dort auch Olivenfarmen und weitere Gueter, die regionale Produkte wie Marmelade, Schokolade, Likoer usw. herstellen. Die meisten von ihnen kann man besichtigen. Beim Radverleih erhaelt man eine Karte in die Hand gedrueckt, auf der alle Gueter verzeichnet sind, die Fuehrungen und entsprechende Proben anbieten, ob kostenlos oder gegen Unkostenbeitrag. Man kann die Tour also gleich danach planen, wo man am besten Wein, Oliven und anderes schnorren kann. So kam dann auch meine Getraenkeliste des Tages zustande: Wein bei La Rural, dann Absinth auf einem kleinen Gut, dann Bier in einem "beer garden" unterwegs auf der Strecke und zum Abschluss ein Glaesschen Wein beim Fahrradverleih. Alle Radler werden bei Rueckkgabe der Raeder zu einem letzten Glas im Garten eingeladen, zur Staerkung fuer den traurigen Heimweg. Das Rad wuerde man danach sowieso nicht mehr nutzen koennen :-)
Nicht gerechnet haette ich damit, jemals Absinth probieren zu duerfen. Ist der in Deutschland nicht verboten??? In Maipu gibt es ihn, 75% Alkoholgehalt.... schmeckt relativ unspektakulaer, aber brennt beim Abgang schon etwas mehr als normaler Schnaps :-) Sollte mir vielleicht fuer die letzten Wochen in Buenos Aires welchen besorgen, vielleicht beginne ich mich dann wie die verehrten Literaten des 19. und fruehen 20. Jahrhunderts zu fuehlen...
Auch die bisherigen Strecken wurden in Nachtfahrten zurueckgelegt, wobei die von Buenos Aires nach Mendoza gediegen war, trotz 14 Stunden Dauer, die von Mendoza nach La Rioja letzte Nacht sehr anstrengend (9 Stunden).
Wollte noch von der Radtour in Maipu, einem Weinbauort in unmittelbarer Nachbarschaft von Mendoza gelegen, erzaehlen. Neben zahlreichen bedeutenden bodegas (Trapiche, Norton, San Felipe, Lopez) gibt es dort auch Olivenfarmen und weitere Gueter, die regionale Produkte wie Marmelade, Schokolade, Likoer usw. herstellen. Die meisten von ihnen kann man besichtigen. Beim Radverleih erhaelt man eine Karte in die Hand gedrueckt, auf der alle Gueter verzeichnet sind, die Fuehrungen und entsprechende Proben anbieten, ob kostenlos oder gegen Unkostenbeitrag. Man kann die Tour also gleich danach planen, wo man am besten Wein, Oliven und anderes schnorren kann. So kam dann auch meine Getraenkeliste des Tages zustande: Wein bei La Rural, dann Absinth auf einem kleinen Gut, dann Bier in einem "beer garden" unterwegs auf der Strecke und zum Abschluss ein Glaesschen Wein beim Fahrradverleih. Alle Radler werden bei Rueckkgabe der Raeder zu einem letzten Glas im Garten eingeladen, zur Staerkung fuer den traurigen Heimweg. Das Rad wuerde man danach sowieso nicht mehr nutzen koennen :-)
Nicht gerechnet haette ich damit, jemals Absinth probieren zu duerfen. Ist der in Deutschland nicht verboten??? In Maipu gibt es ihn, 75% Alkoholgehalt.... schmeckt relativ unspektakulaer, aber brennt beim Abgang schon etwas mehr als normaler Schnaps :-) Sollte mir vielleicht fuer die letzten Wochen in Buenos Aires welchen besorgen, vielleicht beginne ich mich dann wie die verehrten Literaten des 19. und fruehen 20. Jahrhunderts zu fuehlen...
Montag, 9. Mai 2011
von 700 auf 4.000 m in 3 Stunden...
Ich bin nicht sicher, ob der Ausflug zum Cristo Redentor wirklich gesund war, aber es war im positiven Sinne ein unvergesslicher Tag! Das Ziel war der alte Grenzpass zwischen Argentinien und Chile, ca. 200 km entfernt von Mendoza in, wie ich zuvor dachte, ca. 3.200 m Hoehe ueber NN in den Anden gelegen. Das waere somit der hoechste Punkt auf dem ich bisher gewesen bin. Wie sich unterwegs herausstellte, liegt aber der Einstieg in den letzten sehr steilen Schlussabschnitt bereits auf 3.200 m. Danach kommen nochmal knapp 1.000 m Hoehe auf Schotterpiste dazu...
Der Pass liegt ganz in der Naehe von Suedamerikas hoechstem Gipfel, dem Aconcagua. Auf der Fahrt kann man immer wieder Blicke auf ihn erhaschen.
Nach einer relativ gemuetlichen Anfahrt nach Cueva de Incas, dem letzten Dorf vor dem Pass, bog unser Minibus in den Schotterweg ein, der sich in vielen Serpentinen nach oben windet. Flugzeuge, die in 9.000 m Hoehe ueber die Anden fliegen, kamen uns vor, als ob sie im Landeanflug seien. Langsam wurde mir etwas mulmig. Estella, unsere Reiseleiterin, erwaehnte, dass wir die Namensliste am Beginn der Reise nur deswegen ausfuellen mussten, damit man uns nach einem Sturz des Busses ins Tal besser wuerde identifizieren koennen... hahaha....
Nach dem Passieren einer verlassenen Huette am Wegesrand meinte sie, dass sie ihre Schwiegermutter so sehr mag, dass sie ihr dieses wunderschoene Wochenendhaus hier bauen lies.... der Humor der Mendocinos gefaellt mir!
Endlich kamen wir gluecklich oben an. Beim Aussteigen stellte sich sofort ein leichtes Benommenheitsgefuehl ein, das sich nach einem Becher Honigschnaps noch spuerbar verstaerkte :-) Der Schnaps soll beim Atmen helfen oder so... Trotz Schwindelgefuehlen registrierten wir noch das wahnsinnig beeindruckende Andenpanorama. Unter dem gegenueberliegenden Gipfel befand sich ein riesiger Gletscher, der die Form einer liegenden nackten Frau mit nur einem Bein hatte. Diesen Gletscher hatten wir 3 Stunden zuvor in der Ferne und in unerreichbarer Hoehe blinken sehen. Nun schauten wir auf ihn herab...
Alle Besucher kommen von der argentinischen Seite hoch. Wir erfuhren, dass die Strasse auf chilenischer Seite waehrend der Pinochet-Diktatur vermint worden war und die Chilenen seitdem nicht so viel Lust auf sie haben, obwohl sie wieder frei ist, und stattdessen lieber den ziemlich neuen Tunnel nehmen...
Die Benommenheit nahm weiterhin leicht zu und nach ca. 20. min wurden wir alle wieder eingefangen und torkelten zum Bus. Nun kam ja noch was Spannendes: die Abfahrt. Auf Nachfrage erhielten wir die Antwort, dass der Fahrer natuerlich auch den einen oder anderen Honigschnaps getrunken habe, er musste sich ja Mut antrinken... alle waren sehr entspannt und harrten fatalistisch der kommenden Dinge. Um es abzukuerzen: alles ging gut und 30 min. spaeter durften wir uns auf ein ueppiges Mittagessen stuerzen. Die Benommenheit sollte aber erst nach und nach abnehmen. So ab ca. 1.500 m fuehlten wir uns wieder halbwegs normal.
Bei mir kam es gerade rechtzeitig, um trotz truebem Blick am Strassenrand die Statue eines Condors vorbeisausen zu sehen. Instinktiv bruellte ich "El condor pasa!". Der Fahrer stieg in die Eisen und hielt am Strassenrand. Eine Staubwolke passierte uns. Er legte den Rueckwaertsgang ein und schlich die 100 m zueruck. Da! Auf einem grossen Stein sass der Condor, putzlebendig, und bewachte einen Hundekadaver, der schon laengere Zeit da liegen musste. Kleinere Raubvoegel rauften um die letzten Happen. Durch den Bus aufgeschreckt, hoppelte der Condor langsam weg. Ein riesiges Tier, etwas unbeholfen am Boden, aber was ganz anderes als die Verwandten, die man so im Zoo sieht. Ein tolles Privileg, so ein Tier mal so nah zu sehen! Alle waren verwundert, dass er sich so nah an die Strasse gesetzt hatte. Vielleicht herrscht Futtermangel, der sie ihre Angst vor den vielen lauten Fahrzeugen vergessen laesst.
Das war das i-Tuepfelchen auf einen wunderbaren Tag. Fotos werden nachgereicht...
Der Pass liegt ganz in der Naehe von Suedamerikas hoechstem Gipfel, dem Aconcagua. Auf der Fahrt kann man immer wieder Blicke auf ihn erhaschen.
Nach einer relativ gemuetlichen Anfahrt nach Cueva de Incas, dem letzten Dorf vor dem Pass, bog unser Minibus in den Schotterweg ein, der sich in vielen Serpentinen nach oben windet. Flugzeuge, die in 9.000 m Hoehe ueber die Anden fliegen, kamen uns vor, als ob sie im Landeanflug seien. Langsam wurde mir etwas mulmig. Estella, unsere Reiseleiterin, erwaehnte, dass wir die Namensliste am Beginn der Reise nur deswegen ausfuellen mussten, damit man uns nach einem Sturz des Busses ins Tal besser wuerde identifizieren koennen... hahaha....
Nach dem Passieren einer verlassenen Huette am Wegesrand meinte sie, dass sie ihre Schwiegermutter so sehr mag, dass sie ihr dieses wunderschoene Wochenendhaus hier bauen lies.... der Humor der Mendocinos gefaellt mir!
Endlich kamen wir gluecklich oben an. Beim Aussteigen stellte sich sofort ein leichtes Benommenheitsgefuehl ein, das sich nach einem Becher Honigschnaps noch spuerbar verstaerkte :-) Der Schnaps soll beim Atmen helfen oder so... Trotz Schwindelgefuehlen registrierten wir noch das wahnsinnig beeindruckende Andenpanorama. Unter dem gegenueberliegenden Gipfel befand sich ein riesiger Gletscher, der die Form einer liegenden nackten Frau mit nur einem Bein hatte. Diesen Gletscher hatten wir 3 Stunden zuvor in der Ferne und in unerreichbarer Hoehe blinken sehen. Nun schauten wir auf ihn herab...
Alle Besucher kommen von der argentinischen Seite hoch. Wir erfuhren, dass die Strasse auf chilenischer Seite waehrend der Pinochet-Diktatur vermint worden war und die Chilenen seitdem nicht so viel Lust auf sie haben, obwohl sie wieder frei ist, und stattdessen lieber den ziemlich neuen Tunnel nehmen...
Die Benommenheit nahm weiterhin leicht zu und nach ca. 20. min wurden wir alle wieder eingefangen und torkelten zum Bus. Nun kam ja noch was Spannendes: die Abfahrt. Auf Nachfrage erhielten wir die Antwort, dass der Fahrer natuerlich auch den einen oder anderen Honigschnaps getrunken habe, er musste sich ja Mut antrinken... alle waren sehr entspannt und harrten fatalistisch der kommenden Dinge. Um es abzukuerzen: alles ging gut und 30 min. spaeter durften wir uns auf ein ueppiges Mittagessen stuerzen. Die Benommenheit sollte aber erst nach und nach abnehmen. So ab ca. 1.500 m fuehlten wir uns wieder halbwegs normal.
Bei mir kam es gerade rechtzeitig, um trotz truebem Blick am Strassenrand die Statue eines Condors vorbeisausen zu sehen. Instinktiv bruellte ich "El condor pasa!". Der Fahrer stieg in die Eisen und hielt am Strassenrand. Eine Staubwolke passierte uns. Er legte den Rueckwaertsgang ein und schlich die 100 m zueruck. Da! Auf einem grossen Stein sass der Condor, putzlebendig, und bewachte einen Hundekadaver, der schon laengere Zeit da liegen musste. Kleinere Raubvoegel rauften um die letzten Happen. Durch den Bus aufgeschreckt, hoppelte der Condor langsam weg. Ein riesiges Tier, etwas unbeholfen am Boden, aber was ganz anderes als die Verwandten, die man so im Zoo sieht. Ein tolles Privileg, so ein Tier mal so nah zu sehen! Alle waren verwundert, dass er sich so nah an die Strasse gesetzt hatte. Vielleicht herrscht Futtermangel, der sie ihre Angst vor den vielen lauten Fahrzeugen vergessen laesst.
Das war das i-Tuepfelchen auf einen wunderbaren Tag. Fotos werden nachgereicht...
Montag, 2. Mai 2011
la vida en Buenos Aires...
Neben den cartoneros ein weiterer BsAs-spezifischer Beruf, glaube ich: der Hundeausfuehrer! Diesen Job haette ich auch gern: Hunde abholen, irgendwo anbinden und in die naechste Kneipe setzen... auf dem Bild ist die Hundegruppe recht klein, habe schon deutlich groessere gesehen!

Mein Tango-Look (nach dem Motto: wenigstens der Look muss stimmen!)
Mein Tango-Look (nach dem Motto: wenigstens der Look muss stimmen!)
mas fotos...
nomen est omen, part I...
den Blaettern beim Wachsen zuhoeren...
den Blaettern beim Wachsen zuhoeren...B: Genug gelaufen, kein Bock mehr....
K: Ach komm, ein Museum noch...
B: No way, bitte keine suedamerikanische Malerei mehr...
K: Aber man lernt dabei so viel ueber Kultur und Geschichte des Landes!
B: Nein, ich will jetzt was essen!!!
K: Na gut, wie waere es mit Fisch oder Maus?
K: Ach komm, ein Museum noch...
B: No way, bitte keine suedamerikanische Malerei mehr...
K: Aber man lernt dabei so viel ueber Kultur und Geschichte des Landes!
B: Nein, ich will jetzt was essen!!!
K: Na gut, wie waere es mit Fisch oder Maus?
Mittwoch, 27. April 2011
La Catedral
Wie bereits kurz angedeutet, waren meine Erfahrungen als Aktiver auf den 'pistas', den Tanzflaechen der Stadt, bisher eher ernuechternd. Die verschiedenen Locations mal live zu erleben, ist aber in jedem Fall lohnenswert - auch fuer Nichttaenzer, und man sollte es sich nicht entgehen lassen. Der Hoehepunkt war bisher 'La Catedral'. Der Eindruck beim erstmaligen Betreten des Raumes war ueberwaltigend. Nie und nimmer haette ich mir eine Tangolocation so abgefahren vorgestellt. Leider kann ich mit meinem Apparat keine brauchbaren Bilder davon produzieren. Hier sind ein paar schoene: http://www.torito.nl/tango/fotos/buenosaires/milongas/la_catedral/index.html
Es handelt sich hier um eine riesige Lagerhalle mit offenem Dachstuhl, die ziemlich krass heruntergekommen ist. Die Seitenwaende weisen deutliche Spuren von Wassereinbruechen und kleineren Feuern auf. Das Mobiliar ist alt und wild zusammengewuerfelt, die Bar siffig ohne Ende, man darf nicht so genau hinschauen. Dabei ist hilfreich, dass der Saal duester ausgeleuchtet ist. Die Waende sind dicht behaengt mit den verschiedensten Geraetschaften, Postern, gerahmten Bildern. Der Boden ist sehr holprig, eigentlich kaum geeignet fuer die grazilen Tanschuhe der Damen. Aber das beste ist ein Objekt, das an einem Ende des Saals auf halber Hoehe frei schwebt: ein riesiges, unfoermiges, rotes, aus Pappmache und duennen Stoffen gemachtes und von innen beleuchtetes Herz.
Es handelt sich hier um eine riesige Lagerhalle mit offenem Dachstuhl, die ziemlich krass heruntergekommen ist. Die Seitenwaende weisen deutliche Spuren von Wassereinbruechen und kleineren Feuern auf. Das Mobiliar ist alt und wild zusammengewuerfelt, die Bar siffig ohne Ende, man darf nicht so genau hinschauen. Dabei ist hilfreich, dass der Saal duester ausgeleuchtet ist. Die Waende sind dicht behaengt mit den verschiedensten Geraetschaften, Postern, gerahmten Bildern. Der Boden ist sehr holprig, eigentlich kaum geeignet fuer die grazilen Tanschuhe der Damen. Aber das beste ist ein Objekt, das an einem Ende des Saals auf halber Hoehe frei schwebt: ein riesiges, unfoermiges, rotes, aus Pappmache und duennen Stoffen gemachtes und von innen beleuchtetes Herz.
Dienstag, 26. April 2011
Ueberblick
Ich bin gespannt, wie viele hoffnungslose Optimisten sich noch ab und zu auf diese Seite verirren :-) Heute werden sie insofern zumindest nicht enttaeuscht, als es tatsaechlich einen neuen Eintrag und ein Lebenszeichen aus Buenos Aires gibt! :-)
Vorgestern bin ich in meine neue Unterkunft umgezogen, eine private WG und habe dort ein schoenes Zimmer ergattert. Davor hat eine Tangolehrerin, bei der ich auch schon Kurse belegt habe, drin gwohnt. Vielleicht inspiriert mich das ja bezueglich meiner Tangofaehigkeiten. Ich haette es dringend noetig, denn beim Beobachten der Taenzer auf den hiesigen Milongas kommt man sich schon recht klein vor und fragt sich, was man die letzten 1,5 Jahre eigentlich gelernt hat... also, Ernuechterung pur! Dieses Projekt wird mich die naechsten Wochen noch intensiv beschaeftigen. Will die Zeit nutzen und wenigstens so viel wie moeglich von den klasse Lehrern mitnehmen. Was davon dann haengenbleibt, ist eine andere Frage...
Das zweite Projekt beginnt morgen mit meiner ersten Einzelstunde Spanisch. Urspruenglich wollte ich mir eine Schule suchen und Gruppenunterricht nehmen, aber man hat mich ueberzeugt, dass Einzelunterricht effektiver sei, obwohl natuerlich teurer.
Buenos Aires gefaellt mir ansonsten bisher sehr, eine tolle Stadt auch um laengere Zeit dort zu verbringen. Heute allerdings hat ein Mitbewohner in der WG erzaehlt, dass er in La Boca ueberfallen wurde, am hellichten Tag und nur eine Strassenecke entfernt von El Caminito, wo taeglich Hunderte Touristen unterwegs sind. Ich selbst war ja auch schon dort, und tatsaechlich sehen die angrenzenden Seitenstrassen schon etwas zwielichtig aus, aber bedroht kommt man sich da nicht vor. Ist vermutlich Glueckssache und Timing, wann man grad in welcher Ecke unterwegs ist. Jedenfalls werde ich jetzt von meinen Plaenen, ein Heimspiel der Boca Juniors (Heimatclub von Maradona) zu besuchen, Abstand nehmen. Man muss es nicht herausfordern. Ausser ich lerne noch ein paar einheimische Boca-Fans kennen, die mich mitnehmen :-)
Vor La Boca wird ja immer mal wieder gewarnt. Aber auch andere Ecken, die zentraler gelegen sind, kommen einem nachts manchmal dubios vor. Na ja, mit der Zeit kriegt man sicher etwas Uebung, das besser einschaetzen zu koennen :-)
Aber zurueck zu meiner Aussage, dass mir Buenos Aires sehr gut gefaellt ;-) Die Stadt hat eine faszinierende Atmosphaere und es gibt sehr viel zu entdecken, gerade auch, wenn man in Sachen Tango unterwegs ist. So weit so banal. Sie ist laut und schmutzig, an ueberraschend vielen Stellen aber gibt es weitlaeufige Parks, es ist sehr ruhig und gediegen. Man pflegt eine gemuetliche Kaffeehauskultur, das Café Tortoni ist nur das bekannteste Beispiel, aber es gibt sie an jeder Ecke. Ebenso Konditoreien mit einer unueberschaubaren Auswahl an Torten und Toertchen, Gebaeck und sonstigen Leckereien.
Bei Spaziergaengen durch die Stadt und bei Besuchen des MALBA Museums sowie des Museo de Belles Artes, in denen viele Gemaelde suedamerikanischer Maler ausgestellt sind, die die Geschichte dokumentieren, beginnt man, den wechselvollen Werdegang des Landes zu verstehen. Das alles erinnert ein wenig an die USA, ist aber doch ganz anders, weil die europaeischen Wurzeln viel staerker sichtbar sind. Das Teatro Colon sollte ganz klar die besten europaeischen Opernhaeuser in den Schatten stellen, die breiten Boulevards sollten die Prachtboulevards von Paris uebertreffen. Man sieht der Stadt an, dass Argentinien einst eines der reichsten Laender der Erde war.
Ueberdeutlich sind aber auch die Zeichen des Niedergangs ueberall sichtbar. Verfallende Gebaeude, Armut auf der Strasse, Slums am Rande der Ausfallstrassen. Ich bewege mich in einer Mixtur aus Paris und Zagreb - was meine beiden Lieblingsstaedte sind. Da hat Buenos Aires Platz 3 sicher, mit Perspektiven nach oben :-)
Als naechstes werde ich ueber die abgefahrenste Tango-Location ever ("El Catedral") berichten sowie hoffentlich ein paar Fotos hochladen koennen.
Vorgestern bin ich in meine neue Unterkunft umgezogen, eine private WG und habe dort ein schoenes Zimmer ergattert. Davor hat eine Tangolehrerin, bei der ich auch schon Kurse belegt habe, drin gwohnt. Vielleicht inspiriert mich das ja bezueglich meiner Tangofaehigkeiten. Ich haette es dringend noetig, denn beim Beobachten der Taenzer auf den hiesigen Milongas kommt man sich schon recht klein vor und fragt sich, was man die letzten 1,5 Jahre eigentlich gelernt hat... also, Ernuechterung pur! Dieses Projekt wird mich die naechsten Wochen noch intensiv beschaeftigen. Will die Zeit nutzen und wenigstens so viel wie moeglich von den klasse Lehrern mitnehmen. Was davon dann haengenbleibt, ist eine andere Frage...
Das zweite Projekt beginnt morgen mit meiner ersten Einzelstunde Spanisch. Urspruenglich wollte ich mir eine Schule suchen und Gruppenunterricht nehmen, aber man hat mich ueberzeugt, dass Einzelunterricht effektiver sei, obwohl natuerlich teurer.
Buenos Aires gefaellt mir ansonsten bisher sehr, eine tolle Stadt auch um laengere Zeit dort zu verbringen. Heute allerdings hat ein Mitbewohner in der WG erzaehlt, dass er in La Boca ueberfallen wurde, am hellichten Tag und nur eine Strassenecke entfernt von El Caminito, wo taeglich Hunderte Touristen unterwegs sind. Ich selbst war ja auch schon dort, und tatsaechlich sehen die angrenzenden Seitenstrassen schon etwas zwielichtig aus, aber bedroht kommt man sich da nicht vor. Ist vermutlich Glueckssache und Timing, wann man grad in welcher Ecke unterwegs ist. Jedenfalls werde ich jetzt von meinen Plaenen, ein Heimspiel der Boca Juniors (Heimatclub von Maradona) zu besuchen, Abstand nehmen. Man muss es nicht herausfordern. Ausser ich lerne noch ein paar einheimische Boca-Fans kennen, die mich mitnehmen :-)
Vor La Boca wird ja immer mal wieder gewarnt. Aber auch andere Ecken, die zentraler gelegen sind, kommen einem nachts manchmal dubios vor. Na ja, mit der Zeit kriegt man sicher etwas Uebung, das besser einschaetzen zu koennen :-)
Aber zurueck zu meiner Aussage, dass mir Buenos Aires sehr gut gefaellt ;-) Die Stadt hat eine faszinierende Atmosphaere und es gibt sehr viel zu entdecken, gerade auch, wenn man in Sachen Tango unterwegs ist. So weit so banal. Sie ist laut und schmutzig, an ueberraschend vielen Stellen aber gibt es weitlaeufige Parks, es ist sehr ruhig und gediegen. Man pflegt eine gemuetliche Kaffeehauskultur, das Café Tortoni ist nur das bekannteste Beispiel, aber es gibt sie an jeder Ecke. Ebenso Konditoreien mit einer unueberschaubaren Auswahl an Torten und Toertchen, Gebaeck und sonstigen Leckereien.
Bei Spaziergaengen durch die Stadt und bei Besuchen des MALBA Museums sowie des Museo de Belles Artes, in denen viele Gemaelde suedamerikanischer Maler ausgestellt sind, die die Geschichte dokumentieren, beginnt man, den wechselvollen Werdegang des Landes zu verstehen. Das alles erinnert ein wenig an die USA, ist aber doch ganz anders, weil die europaeischen Wurzeln viel staerker sichtbar sind. Das Teatro Colon sollte ganz klar die besten europaeischen Opernhaeuser in den Schatten stellen, die breiten Boulevards sollten die Prachtboulevards von Paris uebertreffen. Man sieht der Stadt an, dass Argentinien einst eines der reichsten Laender der Erde war.
Ueberdeutlich sind aber auch die Zeichen des Niedergangs ueberall sichtbar. Verfallende Gebaeude, Armut auf der Strasse, Slums am Rande der Ausfallstrassen. Ich bewege mich in einer Mixtur aus Paris und Zagreb - was meine beiden Lieblingsstaedte sind. Da hat Buenos Aires Platz 3 sicher, mit Perspektiven nach oben :-)
Als naechstes werde ich ueber die abgefahrenste Tango-Location ever ("El Catedral") berichten sowie hoffentlich ein paar Fotos hochladen koennen.
Freitag, 15. April 2011
Wenn zur Mittagszeit die Sonne hoch im Norden steht...
Hola Amigos! Hier endlich mal ein kurzes Lebenszeichen von dieser Blogseite...ja, sie ist noch aktiv ;-) Und wird in den naechsten Wochen hoffentlich regelmaessiger von mir befuellt, als es in dieser ersten Woche, die nun hinter mir liegt, der Fall war. Die Tage und Naechte fliegen grad so dahin. Von der Stadt selbst habe ich bisher wenig gesehen, war einmal in San Telmo und einmal in La Boca. Die Stadt ist riesig, die Bezeichnung "Paris der suedlichen Halbkugel" trifft es ganz gut. Es gibt viele einzelne und sehenswerte Stadtteile ueber eine sehr grosse Flaeche verteilt. Was mir von Anfang an extrem aufgefallen ist, wie sehr der Tango Teil der Alltagskultur ist. Auf den Milongas mischt sich jung und alt, und es wirkt einfach authentisch. Ein komplett anderes Feeling als auf Milongas in Deutschland. Klingt vielleicht banal, aber ist schon ein besonderes Gefuehl, wenn man da mittendrin ist. Wir haben eine tolle Tanzschule gefunden, in einem schoenen alten Gebaeude, verwinkelt, mit Trainingsraeumen und gemuetlichen Sofaecken. Man kann da gut und gerne ganze Tage rumhaengen. Gestern Abend waren wir im Theater, wo die Lehrer der Schule eine eigene Tangoshow aufgefuehrt haben. War echt beeindruckend, und in den naechsten Tagen haben wir wieder normal Unterricht bei ihnen, die Maedels sogar Privatstunden zum Spottpreis (fuer europaeische Verhaeltnisse) bei den Tanzgoettern ;-) Bald wieder mehr... bis dahin... liebe Gruesse, ciaoi!
Dienstag, 22. Februar 2011
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