Mittwoch, 27. April 2011

erste Bilder...

Das obligatorische erste Bild (mit dekorativen Damen im Vordergrund)...





Volver... pero a donde???




La Boca, Haus bei El Caminito...





...direkt in El Caminito...





Hinterhof in San Telmo mit Wochenendmarkt...





Gasse in San Telmo sonntags...






Katze bewacht Grab (oder wittert Futter und wartet...) - Recoletta Friedhof



La Catedral

Wie bereits kurz angedeutet, waren meine Erfahrungen als Aktiver auf den 'pistas', den Tanzflaechen der Stadt, bisher eher ernuechternd. Die verschiedenen Locations mal live zu erleben, ist aber in jedem Fall lohnenswert - auch fuer Nichttaenzer, und man sollte es sich nicht entgehen lassen. Der Hoehepunkt war bisher 'La Catedral'. Der Eindruck beim erstmaligen Betreten des Raumes war ueberwaltigend. Nie und nimmer haette ich mir eine Tangolocation so abgefahren vorgestellt. Leider kann ich mit meinem Apparat keine brauchbaren Bilder davon produzieren. Hier sind ein paar schoene: http://www.torito.nl/tango/fotos/buenosaires/milongas/la_catedral/index.html

Es handelt sich hier um eine riesige Lagerhalle mit offenem Dachstuhl, die ziemlich krass heruntergekommen ist. Die Seitenwaende weisen deutliche Spuren von Wassereinbruechen und kleineren Feuern auf. Das Mobiliar ist alt und wild zusammengewuerfelt, die Bar siffig ohne Ende, man darf nicht so genau hinschauen. Dabei ist hilfreich, dass der Saal duester ausgeleuchtet ist. Die Waende sind dicht behaengt mit den verschiedensten Geraetschaften, Postern, gerahmten Bildern. Der Boden ist sehr holprig, eigentlich kaum geeignet fuer die grazilen Tanschuhe der Damen. Aber das beste ist ein Objekt, das an einem Ende des Saals auf halber Hoehe frei schwebt: ein riesiges, unfoermiges, rotes, aus Pappmache und duennen Stoffen gemachtes und von innen beleuchtetes Herz.

Dienstag, 26. April 2011

Ueberblick

Ich bin gespannt, wie viele hoffnungslose Optimisten sich noch ab und zu auf diese Seite verirren :-) Heute werden sie insofern zumindest nicht enttaeuscht, als es tatsaechlich einen neuen Eintrag und ein Lebenszeichen aus Buenos Aires gibt! :-)

Vorgestern bin ich in meine neue Unterkunft umgezogen, eine private WG und habe dort ein schoenes Zimmer ergattert. Davor hat eine Tangolehrerin, bei der ich auch schon Kurse belegt habe, drin gwohnt. Vielleicht inspiriert mich das ja bezueglich meiner Tangofaehigkeiten. Ich haette es dringend noetig, denn beim Beobachten der Taenzer auf den hiesigen Milongas kommt man sich schon recht klein vor und fragt sich, was man die letzten 1,5 Jahre eigentlich gelernt hat... also, Ernuechterung pur! Dieses Projekt wird mich die naechsten Wochen noch intensiv beschaeftigen. Will die Zeit nutzen und wenigstens so viel wie moeglich von den klasse Lehrern mitnehmen. Was davon dann haengenbleibt, ist eine andere Frage...

Das zweite Projekt beginnt morgen mit meiner ersten Einzelstunde Spanisch. Urspruenglich wollte ich mir eine Schule suchen und Gruppenunterricht nehmen, aber man hat mich ueberzeugt, dass Einzelunterricht effektiver sei, obwohl natuerlich teurer.

Buenos Aires gefaellt mir ansonsten bisher sehr, eine tolle Stadt auch um laengere Zeit dort zu verbringen. Heute allerdings hat ein Mitbewohner in der WG erzaehlt, dass er in La Boca ueberfallen wurde, am hellichten Tag und nur eine Strassenecke entfernt von El Caminito, wo taeglich Hunderte Touristen unterwegs sind. Ich selbst war ja auch schon dort, und tatsaechlich sehen die angrenzenden Seitenstrassen schon etwas zwielichtig aus, aber bedroht kommt man sich da nicht vor. Ist vermutlich Glueckssache und Timing, wann man grad in welcher Ecke unterwegs ist. Jedenfalls werde ich jetzt von meinen Plaenen, ein Heimspiel der Boca Juniors (Heimatclub von Maradona) zu besuchen, Abstand nehmen. Man muss es nicht herausfordern. Ausser ich lerne noch ein paar einheimische Boca-Fans kennen, die mich mitnehmen :-)

Vor La Boca wird ja immer mal wieder gewarnt. Aber auch andere Ecken, die zentraler gelegen sind, kommen einem nachts manchmal dubios vor. Na ja, mit der Zeit kriegt man sicher etwas Uebung, das besser einschaetzen zu koennen :-)

Aber zurueck zu meiner Aussage, dass mir Buenos Aires sehr gut gefaellt ;-) Die Stadt hat eine faszinierende Atmosphaere und es gibt sehr viel zu entdecken, gerade auch, wenn man in Sachen Tango unterwegs ist. So weit so banal. Sie ist laut und schmutzig, an ueberraschend vielen Stellen aber gibt es weitlaeufige Parks, es ist sehr ruhig und gediegen. Man pflegt eine gemuetliche Kaffeehauskultur, das Café Tortoni ist nur das bekannteste Beispiel, aber es gibt sie an jeder Ecke. Ebenso Konditoreien mit einer unueberschaubaren Auswahl an Torten und Toertchen, Gebaeck und sonstigen Leckereien.
Bei Spaziergaengen durch die Stadt und bei Besuchen des MALBA Museums sowie des Museo de Belles Artes, in denen viele Gemaelde suedamerikanischer Maler ausgestellt sind, die die Geschichte dokumentieren, beginnt man, den wechselvollen Werdegang des Landes zu verstehen. Das alles erinnert ein wenig an die USA, ist aber doch ganz anders, weil die europaeischen Wurzeln viel staerker sichtbar sind. Das Teatro Colon sollte ganz klar die besten europaeischen Opernhaeuser in den Schatten stellen, die breiten Boulevards sollten die Prachtboulevards von Paris uebertreffen. Man sieht der Stadt an, dass Argentinien einst eines der reichsten Laender der Erde war.

Ueberdeutlich sind aber auch die Zeichen des Niedergangs ueberall sichtbar. Verfallende Gebaeude, Armut auf der Strasse, Slums am Rande der Ausfallstrassen. Ich bewege mich in einer Mixtur aus Paris und Zagreb - was meine beiden Lieblingsstaedte sind. Da hat Buenos Aires Platz 3 sicher, mit Perspektiven nach oben :-)

Als naechstes werde ich ueber die abgefahrenste Tango-Location ever ("El Catedral") berichten sowie hoffentlich ein paar Fotos hochladen koennen.

Freitag, 15. April 2011

Wenn zur Mittagszeit die Sonne hoch im Norden steht...

Hola Amigos! Hier endlich mal ein kurzes Lebenszeichen von dieser Blogseite...ja, sie ist noch aktiv ;-) Und wird in den naechsten Wochen hoffentlich regelmaessiger von mir befuellt, als es in dieser ersten Woche, die nun hinter mir liegt, der Fall war. Die Tage und Naechte fliegen grad so dahin. Von der Stadt selbst habe ich bisher wenig gesehen, war einmal in San Telmo und einmal in La Boca. Die Stadt ist riesig, die Bezeichnung "Paris der suedlichen Halbkugel" trifft es ganz gut. Es gibt viele einzelne und sehenswerte Stadtteile ueber eine sehr grosse Flaeche verteilt. Was mir von Anfang an extrem aufgefallen ist, wie sehr der Tango Teil der Alltagskultur ist. Auf den Milongas mischt sich jung und alt, und es wirkt einfach authentisch. Ein komplett anderes Feeling als auf Milongas in Deutschland. Klingt vielleicht banal, aber ist schon ein besonderes Gefuehl, wenn man da mittendrin ist. Wir haben eine tolle Tanzschule gefunden, in einem schoenen alten Gebaeude, verwinkelt, mit Trainingsraeumen und gemuetlichen Sofaecken. Man kann da gut und gerne ganze Tage rumhaengen. Gestern Abend waren wir im Theater, wo die Lehrer der Schule eine eigene Tangoshow aufgefuehrt haben. War echt beeindruckend, und in den naechsten Tagen haben wir wieder normal Unterricht bei ihnen, die Maedels sogar Privatstunden zum Spottpreis (fuer europaeische Verhaeltnisse) bei den Tanzgoettern ;-) Bald wieder mehr... bis dahin... liebe Gruesse, ciaoi!